Rennradfahrer gehören auf die Straße - Auto Bild berichtet

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Helmut
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Rennradfahrer gehören auf die Straße - Auto Bild berichtet

Beitragvon Helmut » 25.08.2012, 01:36

Harterbrocken ist, wie der Name schon sagt, ein harter Brocken, als Aktivist für die Hamburger Fahrradszene ebenso wie als Redakteur für die Auto Bild. Der Mann glüht - in viele vermeintlich gegensätzliche Richtungen. Dass Auto- und Radfahren nicht zusammen gehen soll, kann und will er nicht akzeptieren. Davon konnte er auch seine Redaktion überzeugen und so erschien nun in Ausgabe 34/2012 der Auto Bild ein großer bebilderter Artikel zu dem Thema, bei dem er unten rechts auch "Das letzte Wort" hat.

Bild

Wer das nicht lesen kann, weil die Schrift zu klein ist, klicke bitte hier und wähle dann 100% Größe in der Ansicht:

http://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/So ... o-Bild.pdf

Auto Bild = Springer, Auto, Bild - da kommen für viele Leute gleich eine Menge Feindbilder auf einen Schlag zusammen. Aber dieser Artikel pro Radfahrer auf den Straßen kommt aus vollem Herzen daher. Schon dies allein bewirkt m. E. sicherlich weit mehr als alles, was wir als Radfahrer z. B. hier schreiben. Und wer außer der Auto Bild hat sich bitte je der Radfahrer derart angenommen?

Meinungen? Nur zu. Es muss auch nicht meine seine...
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UweK
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Beitragvon UweK » 25.08.2012, 09:45

Ich finde es Klasse, dass wir durch den Hartenbrocken diese Möglichkeit haben. Aufklärung ist sicherlich nicht fehl am Platz.

Ich fahre übrigens da auch ganz weit hinten im Foto ;-)
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Re: Rennradfahrer gehören auf die Straße - Auto Bild bericht

Beitragvon ottoerich » 25.08.2012, 11:57

Helmut hat geschrieben:... Auto Bild = Springer, Auto, Bild - da kommen für viele Leute gleich eine Menge Feindbilder auf einen Schlag zusammen. ...

Das stimmt. "Bild" alleine reichte mir schon.

Aber vielleicht trägt der Artikel zur Entspannung bei. Und "Harter Brocken" scheint einen weichen Kern zu haben :)
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jenne
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Beitragvon jenne » 25.08.2012, 13:34

Wow, hätte ich AutoBild nicht zugetraut.
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Beitragvon Deichfahrer » 25.08.2012, 19:33

Nur mal hier zur Info:
Radfahrer und Autofahrer respektieren sich gegenseitig in Dänemark.
Dort kein wildes Gehupe und Anschreien, deswegen fahre ich gerne in Dänemark. :Empfehlung:
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Beitragvon Tribelix » 25.08.2012, 20:18

Wir werden das hier in Deutschland normal nicht hin bekommen (nur über den Benzinpreis), das Radfahrer und Autofahrer sind nicht bekriegen. Jeder in Deutschland besteht auf sein Recht, weil wir ja in einem Rechtsstaat leben. Da wir alles reglementieren müssen, kommen wir mit Grauzonen nicht zurecht und denken im falschen Kontext (Ich hab jetzt Recht.

Mir fällt zu dem ganzem Mist nur ein Witz ein: Ein Franzose, ein Italiener und ein Deutscher treffen sich im Himmel und fragen sich, wie sie hierher gekommen sind. Der Franzose: Ich liebte das Essen und bin leider an der Menge der Köstlickeiten gestorben. Der Italiener: Ich war ein leidenschaftlicher Liebhaber und wurde leider beim Akt vom Ehemann überrascht. Der Deutsche: Ich hatte Vorfahrt!

Möge ich nicht recht behalten. ;)
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Beitragvon Speedmanager » 25.08.2012, 22:12

Tribelix hat geschrieben:Der Deutsche: Ich hatte Vorfahrt!

Möge ich nicht recht behalten. ;)

Stimmt leider so. Trotzdem eine klasse Aktion von Harterbrocken :applaus:
Gert
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Beitragvon Gert » 26.08.2012, 19:17

Autofahrer und Radfahrer sind wie Hund und Katze, aber wie wird sich das ändern, wie erreichen wir Toleranz? Neben solchen lobenswerten Artikeln ist weiterhin flächenmäßige Aufklärung in den Zeitschriften und Eigeninnitiative notwendig. Der Gesetzgeber müßte zusätzlich seine rechtlichen Bestimmungen hinsichtlich der Straßennutzung und das Verhalten von Autofahrern im Zusammenhang mit Renn- und Radfahrer konkretisieren und in den Fahrschulen und den Prüfungen verstärkt integrieren. Die Komunen und die Bürgerschaften nehmen sich zunehmend dieses Problem an.

Meine Fahrerlaubnis ist schon in die Jahre gekommen und damals wurde vom "Fahrrad" nichts erwähnt, außer dem Schild: "Radweg". Also, wenn ich nicht selbst Rennrad fahren würde, wüßte ich mit Sicherheit auch kaum etwas über die neuen Bestimmungen oder die Rechte eines Rennradfahrers :Zwinkern: und würde öfter über Radfahrer fluchen.

Für unsere Region kann ich sagen, seit fünf Jahre fahren wir jetzt schon auf den Straßen im Stralsunder Umland und mit uns auch einige andere Rennfahrer der Region, Solo oder in der Gruppe. Wir stellten bereits fest, dass die Autofahrer lernfähig sind, natürlich nicht alle, aber viele Autofahrer respektieren uns, insbesondere, weil wir in größeren Gruppen unterwegs sind und schon eine kleine "Macht" darstellen.

Grundlage für Veränderung, ist die Bereitschaft dazu, ein kleiner Beitrag ist die Höflichkeit untereinander, denn ein kleiner Gruß zum Dank an den Fahrzeugführer, für gezeigte Rücksicht oder das Durchwinken, kommt mit Sicherheit gut an und prägt ihn für das nächste Zusammentreffen. Auch wenn wir evtl. gerade eine negative Erfahrung mit einem Autofahrer gemacht haben, sollten wir das Erlebte schnell abhaken und nicht dem nächsten Fahrzeughalter unsere Wut entgegenbringen. Wir müssen mit Beispiel voran gehen.

Italiener sind mit dem Rad aufgewachsen und die Rechtslage ist bei einem Unfall dort anders! Bei einer Kollision zwischen Auto und Radfahrer wird durch die Polizei ersteinmal der Autofahrer verdächtigt und sollte sich der Tatbestand bestätigen, gibt es satte Strafen. Aus diesem Umstand heraus, gibt es sehr viel Respekt seitens der Autofahrer und oftmals auch ein Verzicht der Vorfahrt. Ich habe aber auch dort schon einige schwarze Schafe (Idioten) erlebt, die in einem Kreisverkehr die Gruppe fast durchfahren haben!

Wir werden weiterhin an dem gegenseitigen Respekt arbeiten, es dauert nur ein wenig länger (kleine Brötchen backen), Wunder können wir nicht erwarten, wie viele Autofahrer gibt es im Verhältnis zu Rennradfahrern???

Gruß Gert
nichts ist unmöglich!!!
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Beitragvon ducdich » 26.08.2012, 21:05

Nur mal hier zur Info: Radfahrer und Autofahrer respektieren sich gegenseitig in Dänemark. Dort kein wildes Gehupe und Anschreien, deswegen fahre ich gerne in Dänemark. Empfehlend

Das ist nicht nur in Dänemark so, sondern überall rund um Deutschland werden Radfahrer respektiert und Radsport hat dort noch einen Stellenwert. Das hab ich schon öfters in Holland, Belgien, Frankreich, Spanien, Österreich und Italien erlebt. Nur hier in Deutschland wird mit dem Messer zwischen den Zähnen Auto gefahren und Radfahrer anhupen und anpöbeln wird hier geradezu schon von manchen Autofahrer zelebriert.
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Beitragvon Reisender » 26.08.2012, 22:34

Hut ab Autobild.

Leider gehört gefährliches Überholen nach wie vor eher zur Regel statt zur Ausnahme. Die letzte Dame, die mich in Wedel mit einer Handbreit übelst überholte (Radweg führte auf die Holmer Str., wurde im letzten Jahr dort so eingerichtet), durfte sich dann auch meinen Zorn anhören, inkl. wüster Ausdrücke. Aber ich erlebe auf meiner Hausrunde aber auch Autofahrer, denen anscheinend der Unfall letztens zu denken gegeben hat und gemäßigter fahren, es ist gefühlt besser als letztes Jahr.

Lustig, hier in Rugenbarg gibt es keinen Radweg, also fahren die Radler auf der Straße. Da fuhr ein älteres Paar ordentlich hintereinander wie vorgeschrieben auf dem rechten Fahrbahnbereich mit max. 50 cm zum Bordstein. Von hinten kam ein älterer 5er BMW und hupte die beiden geschätzte 2 sec an, obwohl er nur sehr kurz anbremsen musste wegen Gegenverkehr. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, ich hätte ihn auf jeden Fall zur Rede gestellt, aber mit zwei Einkaufstüten und 200 m zur nächsten Ampel. :?
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Beitragvon Blueberry » 27.08.2012, 13:22

Deichfahrer hat geschrieben:Nur mal hier zur Info:
Radfahrer und Autofahrer respektieren sich gegenseitig in Dänemark.
Dort kein wildes Gehupe und Anschreien, deswegen fahre ich gerne in Dänemark. :Empfehlung:

geht mir so mit den Franzosen bzw. Frankreich.
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Beitragvon Zeven5 » 27.08.2012, 20:17

:mad: In meiner Heimat der schönen Steiermark steht am Anfang eines jeden Radweges das Hinweisschild:" KEINE BENUTZUNG MIT RENNRAD". Jeder weiß woran er dran ist und es gibt KEINE unklare Rechtsituation. Sollte man hier auch einführen.
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Beitragvon Reisender » 27.08.2012, 22:22

Tja, heute hat es mich beinahe erwischt. Wurde am Eingang Wedel/431 von einem LKW/Sattelzug überholt, dann scherte er mit der Hälfte seines Zuges ein. Ich war mit etwa 35 unterwegs, sah, dass die Zugmaschine vorn sehr eng an den Straßenrand heran fährt, handbreit. Und wo die Zugmaschine hin will, da will der Rest auch ganz schnell hin. Vollbremsung folgt, ich hätte mit dem Helm an den Trailer anstoßen KÖNNEN, wenn ich mit meinem Kopf zur Seite ginge. :geschockt:

Ich war sehr erschrocken, und dann sehr sehr wütend. Also hinterher, quer durch Wedel, eine *$%( Ampel musste ich voll mitnehmen, kein Seitenverkehr. :? Ich krieg ihn an der übernächsten Ampel, da ist die Cam wieder ausgegangen, mist! Er fährt wieder an und macht genau den gleichen Mist, überholt mich und schneidet genau wie vorher, jetzt koche ich richtig. Abermals hinterher die Rissener Straße mit Affentempo hoch. In 300 m rote Ampel, der Verkehr steht, dich krieg ich. Ich kriege ihn, aber die Ampel spring auf grün, er rechts ab bei MD's Richtung Kronskamp, plötzlich hält er an, erst mal schnell Bild vom Trailer Kennzeichen gemacht, dann nach vorn und die Zugmaschine abgelichtet. Ich werde sofort durch Fenster angepöbelt, bin auf äußerste vorbereitet, seine Beifahrerin steigt aus und geht weg, steigt in ein geparktes Auto. Labert noch was von keine Foto's machen, ja ist klar.

Nach kurzem gestikulieren des Fahrers rufe ich die Cops, von Einsicht des Fahrers überhaupt keine Spur. Die kommen nach 10 Min, während dessen kommt eine Anwohnerin raus und sie erzählt mir, dass dieser LKW öfter in dieser für LKW gesperrten Straße parkt. Die Polizei vermittelt, kennt den Zwischenfall von vor 2 Wochen drüben in HH Ost. Wir diskutieren hitzig etwa 10 Min lang, wer hat Recht, wer hat unrecht. Nachdem ich dem Fahrer erzählt habe, was nach meinem Kenntnisstand geschah, wurde er kurz darauf still und bot mir seine Entschuldigung an. Er hatte Feierabend, vermutlich wieder zu lang am Steuer, typisch Supermarktauslieferer (in dem Fall R**e ). Ich nehme seine Entschuldigung zögerlich an, zu schwer der Eindruck in meinem Kopf, aber ich bin gesund, unverletzt dank meines starken Bremsmanöver, er hatte daran kein Verdienst.

Es war übrigend kurz vor der Einfädelung des "Radweges" auf die Fahrbahn kurz nach dem Ortschild "Wedel". Der Radweg kurz zuvor bei der Gärtnerei Kleinworth wurde von einem Trupp Gärtner komplett versperrt, unpassierbar für alle.
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Beitragvon jenne » 28.08.2012, 09:57

Boah, kann verstehen, wenn du da wütend warst. Der LKW-Fahrer hat die Lage zuerst offenbar überhaupt nicht gecheckt, dass das lebensgefährlich war.

Ich erinnere mich 1998 an die Cyclassics. Bin von einer sehr großen Gruppe Rennradlern überholt worden und dabei immer weiter nach rechts an den Kantstein abgedrängt worden. Das war auch sehr knapp, shocking. Die ersten Fahrer hielten gut Abstand und dann wurde es immer enger, hatte auch Angst. Ich war mit Liegerad unterwegs, war 1998 noch erlaubt. Ich denke aber, in der Situation kann man nicht sagen, dass man mich übersehen hat. ;)
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Beitragvon Helmut » 28.08.2012, 10:07

jenne hat geschrieben:Ich war mit Liegerad unterwegs, war 1998 noch erlaubt. Ich denke aber, in der Situation kann man nicht sagen, dass man mich übersehen hat.

So eine Situation ist mir auch auf einem Rennrad sitzend passiert. Die Vorderen übersehen einen nicht, aber vielleicht die hinteren. Und die vorne rechts konnten nicht nach vorne links. Und dann so spät zu bremsen, macht auch vielen Angst, weil sie fürchten selbst überrollt zu werden.

Da hilft nur eines: Die in so einem sehr großen Feld Fahrenden müssen sich damit abfinden, dass sie rechtzeitig Tempo rausnehmen, wenn sie auf andere Fahrer auffahren. Wem das nicht gefällt, möge Lizenz- statt Jedermannrennen fahren, da kann man eigentlich immer Vollgas geben.
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Beitragvon jenne » 28.08.2012, 10:19

Helmut hat geschrieben:So eine Situation ist mir auch auf einem Rennrad sitzend passiert.


Ja, habe auch mal gelesen, dass die eine typische Situation sein soll (ist also nicht spezifisch für Liegeräder).

Ich weiß nicht, ob das jetzt noch so bei den Cyclassics vorkommen kann, denn damals sind noch alle zusammen gestartet. Heute startet man in Gruppen. Allerdings können die sich ja auch auf der Strecke zusammentun. 1998 waren es aber auch nur 6000 Teilnehmer. :)

Ist natürlich was anderes als von einem LKW-Fahrer abgedrängt zu werden, der seine Maße kennen sollte. Ich kann mir die Situation aber halt deswegen vorstellen. Da packt einen langsam die Panik.
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Beitragvon Con-Rad » 28.08.2012, 11:33

Für überholende Rennfahrer und LKW- Fahrer gilt die gleiche Regel: Ist der Überholte erst mal aus dem Blickfeld, ist er vergessen. Bei LKW reagiert man lieber flexibel und bremst. Ist mir sogar lieber, als wenn er länger hinter mir schnauft und brummt.

Hartebrocken hat sich mit seinem Artikel großen Verdienst erworben.
Ich möchte hier nur auf einen meist unbekannten Sachverhalt hinweisen. Alle kennen den Artikel der StrVo, dass Radfahrer nicht nebeneinander fahren dürfen. Gleich im nächsten steht aber, dass sie nebeneinander fahren dürfen, wenn sie den Verkehr nicht behindern. Behindern ist aber nicht, wenn ein KFZ- Lenker mal vom Gas muss, sondern erst, wenn sich längere Schlangen bilden. Es ist ja so, dass sich bereits eine Gruppe von 6 Fahrern in 2er- Reihe besser überholen lässt, als eine hintereinander fahrende Gruppe, denn zum Überholen muss das Auto bei angemessenem Abstand immer auf die Gegenfahrbahn, hätte also einen doppelt so langen Überholvorgang.
Der angemessene Abstand beim Überholen auf Landstraßen, bei etwa 70Km/h wurde in einem älteren Gerichtsurteil auf 2m festgelegt.
Zuletzt geändert von Con-Rad am 01.09.2012, 12:43, insgesamt 1-mal geändert.
Die ganze Warheit mit Bildern unter:
www.radsport-buchholz.de
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Rennrräder gehören auf die Straße

Beitragvon Sonnenschein » 28.08.2012, 13:32

Deichfahrer hat geschrieben:Nur mal hier zur Info: Radfahrer und Autofahrer respektieren sich gegenseitig in Dänemark. Dort kein wildes Gehupe und Anschreien, deswegen fahre ich gerne in Dänemark. :Empfehlung:

...es sei denn, der Radfahrer verstößt gegen die Radwegebenutzungspflicht, da kennen die Dänen ja gar kein Pardon und sind mit ihren Belehrungen ("Cykelstien!") und Agressionen inkl. Abdrängmanövern erstaunlicherweise mal noch besser als die Deutschen. Dass die dänischen Radwege im Schnitt wohl besser als die in Deutschland sind, tröstet mich nur wenig über so viel Intoleranz hinweg.

Ich finde den Auto Bild-Artikel übrigens nicht besonders "Pro Radfahrer", da er sich auch in eindeutig pro Radfahrer-Aspekten eher neutral positioniert. Das aber ist für dieses Medium ja schon gewaltig, und dem Autor gebührt wirklich Respekt für dieses Projekt, was sicher nicht einfach durchzusetzen war. Zudem würde ein eindeutig "Pro Radfahrer"-Artikel mit Sicherheit auf wenig Akzeptanz bei der Bild-Leserschaft stoßen, und die zu erreichen, war ja wohl die Absicht. Ich dachte außerdem, Gruppen stärker als 15 wären zur Verbandsbildung verpflichtet, aber tatsächlich "dürfen" sie nur, habe ich extra noch mal nachgelesen.

Dabei bin ich auch mal wieder auf die "Grundregeln" des deutschen Straßenverkehrs in § 1 STVO gestoßen:
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.
Ich würde mir wünschen, diese Sätze wären unter allen Verkehrsteilnehmern bekannter...

...und würden von den Verkehrsgerichten auch mehr in den Vordergrund gerückt. Was man da so alles an Entscheidungen erfährt, grenzt fast schon an Unterstützung von Selbstjustiz, wenn der Einfachheit halber tendenziell dem, der einen (gegen eine spezifische Verkehrsregel verstoßenden) Fahrfehler begeht, gleich 100 % Schuld zugesprochen wird, obwohl es dem Unfallgegner bei entsprechender Rücksichtnahme (also Einhaltung der generellen Grundregel) durchaus möglich gewesen wäre, den Zusammenstoß zu vermeiden. Kein Wunder, wenn die Deutschen dann meinen, der Regelverstoß des die Straße benutzenden Radfahrers rechtfertigt jedes eigene Fehlverhalten.

Dem Problem der (bewussten) Gefährdung der die Straße benutzenden Rennradler wird man, fürchte ich, aber nicht Herr, indem ab und an einer aus Versehen totgefahren wird, wovon sich dann einige der Autofahrer, die in Selbstjustiz gerne mal Radfahrer, die den Radweg nicht benutzen, zu Erziehungszwecken absichtlich in Schwierigkeiten und Gefahr bringen, beeindrucken lassen.

Der Weg geht leider wie oben schon angedeutet am ehesten übers Portemonnaie: So unangenehm wie ich so ein Vorgehen finde, aber Erfolg würden in dieser Hinsicht doch (am besten zahlreiche) Pressemitteilungen über wegen "gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr" zu hohen Geldstrafen verurteilte Autofahrer bringen. Also am besten massenhafte Anzeigen, wenn ihr denn Zeugen habt, nicht erst, wenn es (fast) geknallt hat. Der "gefährliche Eingriff" ist durch einen Autofahrer nämlich bereits dann gegeben, wenn er sein Fahrzeug zu Nötigungszwecken einsetzt, und das unabhängig vom Gefährdungsgrad, das nennt man dann "perverses Verkehrsverhalten" wegen verkehrsfremden Verhaltens. Darauf folgt, wenn es denn gerichtlich festgestellt wird und man nicht auf einen Richter oder schon Staatsanwalt trifft, der das Recht zugunsten des armen, sich gegen freche Radfahrer wehrenden Autofahrers beugt, Strafe und va. auch erstmal Lappen weg. Ohne dem geht es wohl leider nicht.

Was mich an diesem Thema der unsinnigen Radwegebnutzungspflicht für Rennradler übrigens fast am meisten ärgert: der Bund Deutscher Radfahrer, der ja doch auch politisch eine gewisse Lobby hat, wird in der Sache überhaupt nicht tätig, angeblich vor allem, weil es nicht durchsetzbar wäre. Ausgerechnet die Organisation, die offiziell national und international die deutschen Rennradfahrer repräsentiert, lässt diese still und heimlich im Stich, in der Illegalität trainieren. (Deren Stars sind in dieser Hinsicht ja wohl auch weniger Leid tragend, oder hat Jan Ullrich je ein Knöllchen bekommen, weil er auf der Straße fuhr?)
Da verzieht sich doch jeder Sonnenschein...
Zuletzt geändert von Sonnenschein am 28.08.2012, 22:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Reisender
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Beitragvon Reisender » 28.08.2012, 19:55

Hin und weg, gut geschrieben und;

Der Weg geht leider wie oben schon angedeutet am ehesten übers Portemonnaie: So unangenehm wie ich so ein Vorgehen finde, aber Erfolg würden in dieser Hinsicht doch (am besten zahlreiche) Pressemitteilungen über wegen "gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr" zu hohen Geldstrafen verurteilte Autofahrer bringen. Also am besten massenhafte Anzeigen, wenn ihr denn Zeugen habt, nicht erst, wenn es (fast) geknallt hat.

War auch mein Gedankengang bei der LKW Angelegenheit. Wenn er sich gleich einsichtig gezeigt hätte, wäre es nicht so weit gekommen. Aber so hat ihn das ganze drum herum mal eben eine halbe Stunde seines Feierabend gekostet, immer noch günstiger als vorm Richter zu stehen. Mein Problem war aber, dass ich keine Zeugen hatte. Ich bin nicht sicher ob meine Aussage gegen seine "ich hab doch nur überholt" irgendwas gebracht hätte. Vermutlich hätte der Staatsanwalt das Verfahren dann eh eingestellt, vermute ich mal so. :oops:
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Beitragvon Sonnenschein » 28.08.2012, 22:24

Ja, Anzeigen von Verkehrsdelikten ohne Zeugen oder andere Beweise verlaufen idR. im Sande, obwohl auch das nicht juristisch korrekt ist. Aussage gegen Aussage ist eben trotzdem nicht unbedingt patt, wenn Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit nicht auf beiden Seiten gleich sind, und das zu bewerten, gehört eigentlich auch zur Ausbildung eines jeden Juristen, bedeutet allerdings mehr Arbeit.

Aber meist wollen sich die Verantwortlichen die Arbeit leichter machen und haben auch tatsächlich gar kein Interesse, Verkehrsraudis, die ihr Auto als Waffe im Kampf gegen Verkehrssünder einsetzen, aus dem Verkehr zu ziehen, nicht mal bei schlimmen Gefährdungen. Da muss erst was passieren, dann wird das volle Programm aktiv.

Aber wehe, ein Rennradler fährt auf der Straße, da sind die Freunde und Helfer ganz scharf drauf, am besten noch mit der Begründung, den Radfahrer schützen zu wollen. Ist halt eine so einfache Regelung, nicht wahr? Dass sich der Radfahrer aus Selbstschutz auf die Straße verlegt, weil Radwege bei Rennradtempo die eigentliche Gefahr darstellen, kommt da gar nicht in den Sinn. Und der BDR erklärt es ja leider auch nicht.
Zuletzt geändert von Sonnenschein am 01.09.2012, 22:08, insgesamt 1-mal geändert.
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 29.08.2012, 20:52

Mir gefällt der Bericht gerade weil er sehr objektiv geschrieben ist. Einen rein pro Radfahrer geziehlten Bericht hat nicht wirklich jemand in einer Autozeitung erwartet, oder? Aber das wäre auch ebensowenig gerecht gewesen, wie ein reiner pro Auto Bericht. Und ich finde genau das wird gut rübergebracht. Die Schuldfrage betrifft eben beide Seiten.

Fehlen tut mir allerdings ein wenig eine anprangernde Kritik Richtung Gesetzgeber. Letzlich ist die rechtliche Situation teilweise strittig/unklar, das Gesetz widersprüchlich und/oder absurd und unlogisch. Die StVO ist in vielen Dingen nicht mehr zeitgerecht oder war es nie. Es müssen neue und klare Regelungen getroffen werden und (und auch das haben unsere europäischen Nachbarn uns vorraus) die Einhaltung muss stärker kontrolliert und geahndet werden.

@ Reisender: Auch wenn ein solches Überholmannöver sicherlich zweifelsfrei mal gar nicht geht, hast Du dich nun auch nicht mit Ruhm bekleckert. Ich sag mal zwei Stichworte: Glashaus und Steine!

Reisender hat geschrieben:Ich war sehr erschrocken, und dann sehr sehr wütend. Also hinterher, quer durch Wedel, eine *$%( Ampel musste ich voll mitnehmen, kein Seitenverkehr. :?

Sich über das Fehlverhalten anderer beklagen und dann solche Aktionen bringen??? Das nenn ich mal dreist!

Reisender hat geschrieben:Er fährt wieder an und macht genau den gleichen Mist, überholt mich und schneidet genau wie vorher,

Hab ich das richtig verstanden? Du hast Dich an der nächsten Ampel bewusst wieder vor ihn gestellt? Was soll denn sowas? Es gibt ja auch nichts leichteres als mit einem LKW einen Radfahrer zu überholen.
Bist Du etwa auch einer der Kandidaten, die sich, mit der Gewissheit ohnehin gleich wieder überholt zu werden, dran (am Besten noch rechts) vorbeidrängeln?

Rücksicht fordern und dabei provozieren und schikanieren...tolle Leistung. Vermutlich sind solche Leute auch noch mächtig stolz auf diese Heldentatenund posten sie im Forum!

Reisender hat geschrieben:jetzt koche ich richtig.

Ist genau das Verhalten, dass im Straßenverkehr nichts zu suchen hat.
Überdenke bitte Dein Verhalten im Straßenverkehr, bevor Du meinst in einer Art Selbstjustiz andere belehren oder maßregeln zu wollen.

Reisender hat geschrieben:...während dessen kommt eine Anwohnerin raus und sie erzählt mir, dass dieser LKW öfter in dieser für LKW gesperrten Straße parkt.

Und??? Zumindest das ist doch nicht Dein Problem. Lass das doch die Anwohner selber klären, sofern sie sich von dem Falschparker, der ja offenbar deren Nachbar zu sein scheint, gestört fühlen sollten. Zumal die Angaben der Anwohnerin nicht zwingend stimmen müssen.

Reisender hat geschrieben:Wir diskutieren hitzig etwa 10 Min lang, wer hat Recht, wer hat unrecht.

Schön formuliert! Denn genau das ist das Problem in Deutschland. Es geht nicht um ein humanes miteinander, sonder einzig um den ewigen Wettstreit des Recht habens. Denunzieren, pöbeln, motzen und prügeln inklusive! Leider!

Reisender hat geschrieben:Nachdem ich dem Fahrer erzählt habe, was nach meinem Kenntnisstand geschah, wurde er kurz darauf still und bot mir seine Entschuldigung an.

Sieh an! Ist Dir mal der Gedanke gekommen, dass er Dich vielleicht gar nicht absichtlich geschnitten, sondern den Abstand zu Dir im Spiegel falsch eingeschätzt hat?

Reisender hat geschrieben:Er hatte Feierabend, vermutlich wieder zu lang am Steuer, typisch Supermarktauslieferer (in dem Fall R**e ).

Das er zu lang am Steuer saß, ist eine reine Vermutung deinerseits. Mit solchen Aussagen wäre ich zurückhaltender. Würde der Fahrer ebenso energisch auf seine Rechte bestehen wie Du es im vorliegenden Fall getan hast, stünde ihm nun der Rechtsweg offen.

Und was bitte heißt typisch Supermarktfahrer??? Wie viele von diesen Fahrern kennst Du denn persönlich? Mit wie vielen hast Du denn bereits über deren Berufssituation gesprochen? Fahrer aus dem von Dir genannten Unternehmen kenne ich keine. Allerdings einige vom Feinkost A*** und der Burgerkette mit dem M, sowie etliche Fahrer bei kleinen Speditonen. Daher kann ich mit Gewissheit sagen: In den großen Unternehmen wird i.d.R. sofort abgemahnt, sobald die Fahrerkarte Lenkzeit- oder Geschw.-Überschreitungen gespeichert hat. Den Schmu betreiben die kleinen Firmen!

Wenn man also keine Ahnung hat, einfach mal ....

Reisender hat geschrieben:....aber ich bin gesund, unverletzt...

Was wohl die Hauptsache sein dürfte!

Reisender hat geschrieben:dank meines starken Bremsmanöver, er hatte daran kein Verdienst.

Gehört auch dazu. Rechne mit den Fehlern anderer. Steht das nicht auch irgendwo in der StVO?

@ all: Kommt mal wieder runter. Nicht alles auf 4 oder mehr Reifen ist automatisch ein Radhasser. Diese andauernde Feindbildprojektzierung und das ewige Anschüren des Feuers nervt so langsam. Schaut mal in ein Walker oder Joggerforum. Da sind auch wir Radfahrer plötzlich das personifizierte Böse und Feindbild. Ihr werdet aber recht schnell erkennen, dass es der Masse an Beiträgen an nötiger Objektivität fehlt!
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Beitragvon Reisender » 29.08.2012, 21:06

Lieber Bagdad Biker!

Ich habe mit Absicht auch meine Fehler mit rein geschrieben, die brauchst Du nicht extra aufzählen und mir vorhalten, ich hätte es auch weglassen können. Es ging mir darum, zu verdeutlichen, wie sehr mir die Ausgangssituation nah ging und dass ich den Herrn auf jeden Fall stellen wollte, denn damit hat er nun überhaupt nicht gerechnet. Dass ihn ein Fahrradfahrer durch ganz Wedel hinter kommt.

Und nein, selbstverständlich sind nicht alle 4 rädrigen Straßennutzer Fahrradhasser. Auch nicht der Holzkopf, der heute, wieder mal in Wedel, mir vollends auf der Hauptstr. die Vorfahrt nimmt mit seinem Sprinter, obwohl er aus einem Privatgrundstück kam, nach mir NICHTS und ich schon wieder voll bremsen musste.

Glashaus und Steine, soso. Also setzt Du das Abdrängen eines Verkehrsteilnehmers gleich, wie sich an einer roten Ampel vor jemanden zu setzen ( aus welchem Grund auch immer )?

Lieber Bagdad-Biker, erzähl mir lieber nichts mehr zu dem Thema, danke.
---
Gilt in Wedel eine andere StVo als im Rest des Westens? :mad:
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Beitragvon Bagdad-Biker » 29.08.2012, 21:40

Reisender hat geschrieben:Es ging mir darum zu verdeutlichen wie sehr mir die Ausgangssituation nah ging...

irgendwie (auch aufgrund des tödlichen Unfalls) übersensibilisiert? Man stelle sich vor jeder würde sich mit jedem in Hamburg nach kritischen Verkehrssituationen eine Verfolgungsjagd liefern...

Reisender hat geschrieben:Also setzt Du das Abdrängen eines Verkehrsteilnehmers gleich, wie sich an einer roten Ampel vor jemanden zu setzen ( aus welchem Grund auch immer )?

Wenn zwei Katzen in den Sandkasten scheißen, ist es egal, wessen Haufen stärker riecht!

Reisender hat geschrieben:Lieber Bagdad-Biker, erzähl mir lieber nichts mehr zu dem Thema, danke.

Weil? Es Dich stört, wenn nicht jeder Deine Meinung teilt? Sorry, Du bist nicht allein auf dieser Welt. Nicht auf der Straße, nicht im Forum, allenfalls mit Deinen Ansichten. Du wirst es verknusen müssen, dass ich die Dinge nicht ausschließlich durch die Radsportbrille, sondern eben auch durch die Windschutzscheibe betrachte. Ich erdreiste mich zu behaupten, dass mir dies eine weitestgehend objektive Sichtweise verschafft.
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 29.08.2012, 23:49

Zitat aus dem eben erschienenen Pressespiegel des BDR:

GESELLSCHAFT UND SPORT:
http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/ ... php?t=5865
„Auto Bild“: Oft kontroverse Verhaltensweisen von Autofahrern und Rennradfahrern

Wer den nicht bezieht, kann ihn trotzdem immer einen Tag später auf rad-net nachlesen (warum eigentlich nicht auf bdr-online.org?), siehe morgen hier:

http://www.rad-net.de/modules.php?name= ... menuid=385
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Reisender
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Beitragvon Reisender » 30.08.2012, 08:55

Bagdad-Biker, Du wirst lachen ( oder nicht ) ich habe tatsächlich nen Führerschein. Bin im meinem Berufsleben schon ein paar tausende KM LKW und Transporter gefahren.
Nie ist es mir in den Sinn gekommen, einen Radfahrer eng zu schneiden oder vorsätzlich zu gefährden. Denn klar schwächere gefährde ich nun mal nicht.
Und aktuell nehme ich mir denjenigen vor, der mich auf dem Rad schneidet, nur um sich vorzudrängeln, an der Ampel bloß keine 5sec verlieren.

So ganz nehme ich Dir eine objektive Sichtweise nicht ab, nicht weil du anderer Meinung bist, sondern weil die gewisse Situationen bagatellisierst.
Für mich ist schwere Nötigung nicht gleich wie sich jemanden in den Weg stellen. Auch wenn es nicht durch deine Windschutzscheibe passt. :P
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Beitragvon Gastfahrer » 30.08.2012, 12:46

Und aktuell nehme ich mir denjenigen vor, der mich auf dem Rad schneidet, nur um sich vorzudrängeln, an der Ampel bloß keine 5sec verlieren.

Vorzuschlag zur Güte: Mach, was Du für angemessen hältst, aber breite solche Geschichten nicht auf einer Plattform wie dieser aus, weil so eine Aktion eben nicht durchweg als löblich zu beurteilen ist. Es ist sehr fraglich, ob dieser eine Lkw Fahrer daraus seine Lehren ziehen wird. Auch Du gehst dabei zusätzliches, unnötiges Risiko ein. So eine wilde Hatz hinter dem her und deren eventuelle Folgen.

Auch manche Autofahrer (Pkws aufgrund der Motorisierung eher als Lkws) sehen sich genötigt, sich Radfahrer vorzunehmen. Und sei es nur, weil sie der Ansicht sind, ihnen wurden vom Radfahrer irgendwo fünf Sekunden "gestohlen". Die begnügen sich nicht damit, dann doch überholt haben zu können, sondern wollen eine Lektion verpassen oder den Radfahrer zur Rede stellen. Angefangen beim Überholen mit weit rechts Einscheren und Ausbremsen, Bepöbeln, Spritzversuche mit der Scheibenwaschanlage, von hinten bis auf eine Hand breit Auffahren, bis zum Überholen mit Wenden und Entgegenkommen auf der falschen Fahrbahn. Aber auch Herauswerfen von Gegenständen, sowie tätliche Angriffe, wenn es mal zu einer Konfrontation bei gestoppten Fahrzeugen kommt. Das Internet fördert da einige Erlebnisse zu Tage, falls Du sowas noch nie selbst erlebt hast.
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Beitragvon Bagdad-Biker » 30.08.2012, 18:18

Gastfahrer hat geschrieben:... weil so eine Aktion eben nicht durchweg als löblich zu beurteilen ist.

Das sehe ich auch so.

Gastfahrer hat geschrieben:Es ist sehr fraglich, ob dieser eine Lkw Fahrer daraus seine Lehren ziehen wird.

Auch hier stimme ich zu. Vermutlich wird eher das Feindbild Radfahrer geprägt oder weiter verfestigt.

Gastfahrer hat geschrieben:Auch manche Autofahrer (Pkws aufgrund der Motorisierung eher als Lkws) sehen sich genötigt, sich Radfahrer vorzunehmen...., sondern wollen eine Lektion verpassen oder den Radfahrer zur Rede stellen.

Das dies auf Gegenseitigkeit beruht zeigt uns Reisender in abschreckendem Beispiel. Ich rate dringenst von solchen Verhalten ab! Das von Reisender beschriebene Überholen des LKW Fahrers wäre ggf. zwar auch strafbar (§ 315c Abs.2b StGB), allerdings wäre die grobe Verkehrswidrigkeit/rücksichtslose Fahrweise zu beweisen. In jedem Falle eine Straftat (§ 315c Abs.2a StGB) begangen haben dürfte hingegen Reisender bei seiner geschilderte Verfolgungsjagd!
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 30.08.2012, 18:36

Reisender hat geschrieben:Bagdad-Biker, Du wirst lachen ( oder nicht ) ich habe tatsächlich nen Führerschein. Bin im meinem Berufsleben schon ein paar tausende KM LKW und Transporter gefahren.

Gerade dann solltest Du mehr Tolleranz walten lassen.

Reisender hat geschrieben:Und aktuell nehme ich mir denjenigen vor, der mich auf dem Rad schneidet...

Woher nimmst Du dieses Recht auf Selbstjustiz?

Reisender hat geschrieben:Für mich ist schwere Nötigung nicht gleich wie sich jemanden in den Weg stellen. :P

Für Dich vielleicht nicht. Aber Du bist ja auch nicht der Maßstab! Den legt zum Glück ja immer noch der Gesetzgeber fest! Schwere Nötigung? § 106 StGB! Hier der Link:

http://www.8ung.at/smediation/recht/noetigung.htm

Darfst Dir selbst durchlesen, dass Du auf dem Holzweg bist. Wenn überhaupt, träfe Nötigung § 105 Abs. 1 ein. Wobei sicherlich ein Gericht entscheiden müsste, ob der zu knappe Überholvorgang mit dem LKW als Ausübung von Gewalt gewertet werden kann. Vermutlich wäre dem so, da ja auch die Lichthupe auf der Autobahn bereits als Nötigung verurteilt wird. Dann allerdings, lieber Reisender, wäre Deine Schikaneattacke ebenfalls als Nötigung zu werten. Das wäre dann mindestens schon Deine zweite Straftat an dem Tag.
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Beitragvon Reisender » 31.08.2012, 16:42

Ich stelle hier mit klar, dass ich stets versuche mich vorschriftsmäßig und defensiv im Straßenverkehr zu verhalten. Irgendwann platzt aber dem friedlichsten Radfahrer mal der Kragen.

Bagdad-B, danke für die kostenlose Rechtsberatung, zur Not weiß ich ja nun wie ich mich noch besser gegen solche Kollegen wehren muss. ;)
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Beitragvon jenne » 01.09.2012, 01:31

Gastfahrer hat geschrieben:Auch manche Autofahrer (Pkws aufgrund der Motorisierung eher als Lkws) sehen sich genötigt, sich Radfahrer vorzunehmen. Und sei es nur, weil sie der Ansicht sind, ihnen wurden vom Radfahrer irgendwo fünf Sekunden "gestohlen". Die begnügen sich nicht damit, dann doch überholt haben zu können, sondern wollen eine Lektion verpassen oder den Radfahrer zur Rede stellen. Angefangen beim Überholen mit weit rechts Einscheren und Ausbremsen, Bepöbeln, Spritzversuche mit der Scheibenwaschanlage, von hinten bis auf eine Hand breit Auffahren, bis zum Überholen mit Wenden und Entgegenkommen auf der falschen Fahrbahn. Aber auch Herauswerfen von Gegenständen, sowie tätliche Angriffe, wenn es mal zu einer Konfrontation bei gestoppten Fahrzeugen kommt.

Das Schlimme ist nur, dass solche Aktionen "Lektion verpassen" vom Auto aus sehr viel gefährlicher sein können, als ein Radfahrer das umgekehrt überhaupt machen kann. Als ich von dem Cyclassics-Trainings-Todesfall las, habe ich mich auch schon gefragt, ob da womöglich so Gefühle wie "Lektion verpassen" waren und der LKW-Fahrer dann extra knapp fuhr (kann auch ganz anders gewesen sein, habe keine genaue Ahnung, war aber so ein spontaner Gedanke, denn es wäre möglich). Reisender hat hier Angst um sein Leben gehabt. Das muss man in dieser Diskussion bedenken. Das ist hart zu verkraften. Ich denke, den LKW-Fahrer zur Rede zu stellen, ist ein Versuch, damit psychisch klar zu kommen und den Schock abzubauen. Nachträglich ist es leicht gesagt "du hast es doch überlebt".
j.
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Beitragvon Gastfahrer » 01.09.2012, 11:27

Zu dem anderen Thema wurde ja schon viel geschrieben.

Es ist wahrscheinlich so, daß einige der Motorisierten sich bei gefährdenden Aktionen etwas denken. Vielleicht sind sie mal wieder gereizt und versprechen sich z. B. von einem knappen Überholvorgang eine gewisse Wirkung auf den Überholten. Ob sie sich alle ihres Tuns vollkommen bewußt sind, wäre zwar interessant zu erfahren, aber wenig produktiv, das hier zu diskutieren. Manche hupen (genervt, nicht als Warnung vor etwas), gestikulieren und zeigen auf einen für Radfahrer freigegeben Fußweg, weil sie ganz offensichtlich falsch informiert sind und den entweder als benutzungspflichtig ansehen oder halt Radfahrer gar nicht auf Straßen antreffen wollen. Das wird sehr schwierig, wenn die StVO in Vergessenheit gerät und es nur noch darum geht, ob jemand sich im Recht sieht, diesbezüglich aber falsch liegt, das aber trotzdem auszukämpfen versucht. Siehe allein sowas hier zum Hupen (als Vergleich, welchen Diskussionsbedarf andere da haben und was andere prägt):

http://www.verkehrsportal.de/board/inde ... opic=93158
http://forum.gute-fahrt.de/showthread.php?t=12420

Es wird etliche geben, die schlichtweg rücksichtslos und unvorsichtig unterwegs sind. Und das immerzu. Mit oder ohne persönlichen Gründen. Die haben sich unzureichenden Seitenabstand, dichtes Auffahren, Überfahren durchgezogener Mittelstreifen und solche Dinge eingewöhnt und nehmen das gar nicht mehr wahr. Bis es mal übelst kracht.

Harmlose Anekdote: Mein damaliger Fahrschullehrer machte sich einen Spaß daraus, beim Vorbeifahren an parkenden Autos urplötzlich fest in seine Bremse zu treten und mir dann zu zeigen, wie wenig Platz zwischen den Außenspiegeln der Fahrzeuge war. Und das immer wieder in ansich völlig ungefährlichen Situationen, wo ich der Annahme war, mit größerem Seitenabstand sehr viel von der Gegenfahrbahn zu brauchen und umsichtiger sein zu müssen oder ggf. lange warten zu müssen, bis ich in großem Abstand vorbeifahren könnte. Daß sich die Tür eines der Parkenden öffnen könnte (obwohl man keine Person im Auto erkennen konnte), war mir indes klar. Hier im Ort sind heutzutage Fahrschulautos zu beobachten, wo der Fahrlehrer sich möglicherweise an Gegebenheiten schon angepaßt hat und auf solchen Seitenabstand verzichtet. In einer der Straßen parken übrigens häufig Autos mit abgefahrenem Seitenspiegel. ;)

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