Holsteiner Wellenritt - RSC Kattenberg 07.08.16 (B & B)

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kocmonaut
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Holsteiner Wellenritt - RSC Kattenberg 07.08.16 (B & B)

Beitragvon kocmonaut » 07.08.2016, 20:45

So mookt wi dat

Der Holsteiner Wellenritt führt über verkehrsarme Wege von Kaltenkirchen in die Holsteinische Schweiz. Dort wird zwar nicht der Bungsberg - die höchste Erhebung in S-H - erklommen, die Wellen des Marathons läppern sich aber trotzdem zu reichlich hm. Mein Schatz startet später wie auch Heimfelder Kerstin auf der RTF. Dort gibt es etwas weniger hm aber genauso viel Vergnügen.

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(so steil wie auf diesem "verrückten" Foto waren die Anstiege dann doch nicht...)

Der Holsteiner Wellenritt gehört von Anbeginn zum Nordcup, und das soll auch weiterhin so bleiben. Mit leichtem Rückenwind und zu großem Übermut geht es heute flott aus Kaki heraus. Ein unangemeldeter Schauer von Wahlstedt bis Pettluis macht uns einen Bart (italienisches Sprichwort, wenn ihnen etwas pups-egal ist. Jedoch: Regen gehört bei Italienern definitiv nicht dazu.) So ist das. Etwas später: Connys Plattfuss sorgt für einen außerplanmäßigen Zwischenstopp, doch zu fünft schließen wir an K3 wieder zu unser Gruppe auf.

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Shit happens: Just mit Erreichen des Wendepunktes frischt der Wind merklich auf. Heimfelder Dirk, Fördedeern und andere müssen wie Albert, den wir unterwegs überholen, "eigenes Tempo" anschlagen und verlassen den Zug "hinten raus".

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Dennoch: Irgendwann sind wir alle mehr oder weniger frisch im Ziel. Dort wird das "Rundum-sorglos-Paket", das wir bereits unterwegs erfahren dürfen, vom RSC Kattenberg noch mal bestätigt. Und getoppt. Denn jetzt kommt das Sahnehäubchen: Ein professioneller Massage-Service mit Top-Kräften zu absolut zivilen Preisen.

Es gibt Tage, an denen man sich einfach belohnen muss. Ich finde, heute ist so ein Tag. Die Massage lasse ich mir nicht entgehen und ich schnurre auf der Liege wie ein Kätzchen. Zu Hause öffnen wir später eine Flasche Wein aus Schleswig-Holstein (richtig gelesen!). Nomen est omen: "So mookt wi dat". Home sweet home. War wieder schön mit Euch heute auf unseren heimischen Strassen.

To whom it may concern: Anbei ein paar weitere Bilder "meiner" Gruppe: https://www.flickr.com/photos/39865348@ ... 1253977002

Heiner vom RSC Kattenberg hat uns mit seiner Kamera an verschiedenen Streckenpunkten "erschossen". Ein baldiger Blick auf http://rsc-kattenberg.de ist bereits vorgemerkt.
Zuletzt geändert von kocmonaut am 09.08.2016, 18:10, insgesamt 3-mal geändert.
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Soooo viel Wind...

Beitragvon Fördedeern » 08.08.2016, 08:50

Meine Güte Kocmonaut, bist du schnell. Bericht, Bilder, alles schon fertig für uns, perfekt. Ich hingegen war gestern nicht mehr zu gebrauchen. Der Wind zog dann doch zu kräftig an meinen "Muskeln"...

Ein zu zügiger Start mit einer Spitzentruppe (vielen Dank nochmal fürs Mitnehmen) und dann die kleinen Hügel in der Holsteinischen Schweiz waren dann für mich zu viel. Ab Bosau musste ich abreißen lassen und bin dann von da ab ganz allein weiter. Der Wind frischte ordentlich auf und auf der vorletzten 50 km-Schleife kam bei mir immer wieder die Frage auf: was machst du hier eigentlich, was machst du hier eigentlich, was machst...
Aber Spaß macht es ja doch, sonst würde man die "Strapazen" ja nicht auf sich nehmen. Eigenartigerweise fange ich bei solchen Touren, wenn ich allein fahre, meist an zu singen. Ich besinge die Strecke, das Wetter, den schmerzenden Po, die krampfenden Muskeln... Je nachdem, was gerade aktuell Thema ist. Aber erstaunlicherweise hilft mir das. Mein Mentaltraining. Und ich muss oft selbst über mich lachen. Also wenn der ein odere andere mal an mir vorbeifährt und mich über Krämpfe im Hintern singen hört, nichts dabei denken. Einfach lächeln und weiter fahren ;)

LG Steffi
Zuletzt geändert von Fördedeern am 21.10.2016, 12:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon sonja1 » 08.08.2016, 09:28

Ich würde so gerne mal eine RTF ohne Regen fahren :regenschutz: Aber auch gestern war uns die Dusche von oben vergönnt. Aber von Anfang an:

Wir haben uns relativ zeitig auf den Weg nach KaKi gemacht und auch so früh schon Mitstreiter in der Bahn getroffen. Diese fragten, ob wir den Weg zum Start kennen. Da es nicht unsere erste Kattenberger RTF war, konnten wir helfen und sind so mit 5, 6 Mann zum Start gerollt. Vor Ort haben wir das erste Mal Scan & Bike ausprobiert. Schick fand ich anschließend die personalisierte Startnummer. Der Vorteil liegt auch darin, daß ich als Nicht-Wertungskartenfahrer nicht jedes Mal meine Daten ausfüllen muß. Ob das ganze dann bei der Anmeldung tatsächlich schneller geht, weiß ich nicht.

Im Anmelderaum durften wir auch spontan einen kleinen Infotisch zum neugeründeten Verein HFS Helmuts-Fahrrad-Seiten aufstellen. :Danke: Dort gab es u.a. viele positiven Rückmeldungen dazu, daß die Seiten weitergeführt werden. Danke, das ermutigt uns, immer weiterzumachen.

Kurz nach 9 Uhr ging es dann in einer kleinen, aber feinen HFS-Truppe auf die Strecke.

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Bei relativ zügigem Tempo und trockenem Wetter zogen wir Richtung K 1. Die Störche habe ich dort zwar vermißt (sind dieses Jahr keine da oder waren sie unterwegs?), aber ansonsten war es wie jedes Jahr: super Verpflegung, super Stimmung.

Nach K 1 wurde es - wie am Start angekündigt - etwas hakelig. Ein kleiner Weg war mit teils großen Löchern übersäht. Aber da wir alle darauf vorbereitet waren und entsprechend vorsichtig fuhren, haben wir auch das gut und pannenfrei gemeistert.

Ungefähr ab Tralau erwischte uns dann der Regen. Aber so ist es halt in diesem Sommer. Zum Glück war es nicht so lang, so daß wir irgendwann von Sonne und Wind wieder trockengepustet wurden. An K 2 wurden anschließend sogar die Brillen durch einen Helfer mit einem Geschirrtuch gereinigt. :Kopfüberklatschen:

Der letzte Streckenabschnitt bis zum Ziel blieb dann wieder trocken. Im Ziel erwartete uns dann die Überraschung (ich hatte es vorher nicht gelesen), daß Massagen angeboten wurden. Karin hat diese dankbar angenommen. Wir sind dagegen schnell nach Hause und unter die Dusche gesprungen.

Eine schöne RTF. Danke an alle Helfer!!
Zuletzt geändert von sonja1 am 10.08.2016, 18:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Holsteiner Wellenritt - RSC Kattenberg 07.08.16 (B & B)

Beitragvon kocmonaut » 09.08.2016, 18:14

so, Kattenberg hat tolle Bilder auf deren HP online:

www.rsc-kattenberg.de

Habe verschiedene Foris entdeckt, die mit ihren Mitfahrern um die Wette strahlen. Sehr gelungene Bilder!
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kocmonaut
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Re: Holsteiner Wellenritt - RSC Kattenberg 07.08.16 (B & B)

Beitragvon kocmonaut » 09.08.2016, 23:16

Sonja schrieb:
K 1. Die Störche habe ich dort zwar vermißt (sind dieses Jahr keine da oder waren sie unterwegs?)
Hallo Sonja,

Kopf hoch (smile): mein Schatz hat sie auf dem Dachfirst entdeckt:

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Re: Holsteiner Wellenritt - RSC Kattenberg 07.08.16 (B & B)

Beitragvon sonja1 » 10.08.2016, 18:16

Heute gab es im Hamburger Abendblatt einen Artikel über die RTF. Danach haben insgesamt 803 Radfahrer teilgenommen: 171 am Marathon und 632 an der RTF. Angesichts des wechselhaften "Sommer"wetters eine beachtliche Zahl. :Respekt:
Sonja - die radelnde Anwältin

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Re: Holsteiner Wellenritt - RSC Kattenberg 07.08.16 (B & B)

Beitragvon Haky » 11.08.2016, 03:05

Meine Eindrücke.......

Als mein Wecker um 5:00 Uhr klingelte, war ich noch voller Zweifel, ob ich den nun zum Radmarathon nach Kaltenkirchen zum RC Kattenberge fahren sollte. War ich ja erst vor Kurzem an einer Gürtelrose erkrankt. Dank der guten Pflege von Olga, hatte ich aber kaum noch schmerzen, und war sehr ungeduldig wieder aufs Rad zu steigen.
Ja man kann sogar sagen, ich war unzufrieden knapp drei Wochen keinen Sport gemacht zu haben. Meine Ärztin sagte aber nun endlich, das ich ruhig und langsam wieder mit Sport anfangen könne, und dabei in mich horchen solle, was mein Körper dazu sagt.
Nun gut, sicher ist ein Marathon über 217 KM nicht ruhiges und langsames Anfangen. Aber da ich letztes Jahr bei den Kattenbergern viel Spaß hatte, wollte ich dort gerne hin.
Nachdem ich Michael M. eingeladen hatte, ging es schwupps durch den Elbtunnel, und kaum ein Augenblick später waren wir schon bei der Anmeldung.
Diese war relativ früh nicht zu überfüllt, und dank der großen personälen Besetzung kamen wir auch gleich dran. Das SCAN und BIKE System ist wirklich wunderbar. Kurz die Karte eingescannt, Namen bestätigen, und ab dafür. Leider musste ich trotz Voranmeldung und BDR Mitglied 20 Euronen Startgebühr bezahlen. Ich hatte vergessen Online zu Überweisen. Das verstehe ich bis jetzt auch nicht wirklich, den VORANGEMELDET mit SCAN und BIKE war ich ja Bereits. Fünf euro für die Kattenberger . Auch in der Starterliste war ich vermerkt.
Nun ja, Egal. Schnell wieder ab zu Touran, Bikes und Klammotten fertig gemacht. Die Frage nach einer Regenjacke verneinten Michel, Jens (Lorne) der inzwischen auf dem Parkpltz zu uns gestoßen war, und ich. Obwohl es da schon verdächtig dunkel war am Himmel.
Kritikpunkt 1. In der Startaufstellung konnte man leider die gesprochenen Worte von Dirk als Veranstalter nicht wirklich hören. Die Boxen standen viel zu weit weg. Ich hätte seinen Grussworten etc. gerne gehör geschenkt. Zum Glück traffen wir Dirk vorher schon, wo er uns noch ein zwei Streckenhinweise gab. Den beim Start hörten wir auch diese nicht. Also, nächstes Jahr bitte lauter, und Boxen anders platzieren.
Start!! Es Dauerte genau 10 Sec. Da fragte ich mich schon was hier ab ging. Wir brausten im Affentempo los. Wir drei Ollanner blieben schön beisammen ganz vorne .
Um ganz Ehrlich zu sein machte es auch total Spaß so los zu ballern. Ich muss sagen, ich bin ja ein Racer, also gefiel mir das auch ganz gut. Es wurde gebolzt was das Zeug her gab. Bei jedem Führungswechsel wurde nochmals Angezogen…
Doch man kann es auch Übertreiben. Das war wie ein Ausscheidungsrennen, Rücksicht auf andere Fahrer nimmt da keiner Mehr. Es wird nur Gas gegeben. Von Gemeinsamen Radfahren war das dann weit entfernt. Auch wenn ich als ich vorne war, auch Gas gegeben habe, schlich sich mehr und mehr das Gefühl in mir ein, das das so gar nicht das ist was ich eigentlich beim Radfahren Liebe. Nämlich schnelles Fahren, Gruppen Bilden, Quatschen, Austausch et. All das war bei diesem Tempo und bei der Einer Reihe nicht möglich.
Wie gesgat habe ich mich mit reißen lassen, und wollte dann auch schauen wie schnell und hart ich nach meiner langen Radlosen Zeit fahren kann. Im Nachhinein hätte ich das Lieber lassen sollen. Zwar war es Gesundheitlich und von der Fitness her ok. Doch wie gesagt. Das war nicht das was ich eigentlich machen wollte. Die Quittung der Hetzerrei kam auch promt. Nach ca. 25 KM sagte Michael mir, das es zu schnell für ihn sei, und er sich nach hinten fallen lässt. Ich hatte es so verstanden, das Michael sich hinten in die Gruppe einreit, musste aber später feststellen, das sich Michael in die nächste Gruppe hat zurück fallen lassen. Das hätte ich auch mal machen müssen. Aber es machte ja auch Spaß so schnell zu fahren.
Nach der ersten Stunde schaute ich auf meinen Tacho, und traute meinen Augen kaum. Ganze 39,3 KM standen auf der Uhr. :-/
Wir sind die erste Stunde ernsthaft mit einem Stundenmittel von 39,3 km gefahren. Absoluter Wahnsinn. Direkt nach der ersten Stunde, kamen wir zum ersten Kontrollpunkt. Dort wieder viele Kattenberger, die sich um unsere Verpflegung kümmerten. Das war, wie ich es vom letzten Jahr noch kannte absolut on TOP.
Was mir jetzt aber übel aufstieß war, das unsere vermeintliche Gruppe, keine Gruppe war, sondern einfach nur Einzelkämpfer die Heizen wollten. So kam es, das alle einzelnd los fuhren, ohne irgendwie bescheid zu geben, das wir weiter wollen. Mhh, das kenne ich anders, und macht für mich den Radsport bei solchen Events eigentlich sehr Interessant. Wie ich oben schon erwänte.
Zusammen Fahren, Quatschen, Austausch, und natürlich auch heizen. Aber hier wurde mir klar. Jeder fährt nur für sich, wenn jemand nicht mehr mit kam, war das sein Problem. Es wurde nicht gewartet oder Kürzer gemacht. Die etwas langsameren fielen Hinten raus.
Ich musste mich spurten schnell aufs Rad zu kommen, um dann noch die „Einzelkämpfer“ einzusammeln, damit wir wieder eine Gruppe wurden. Als wir wieder eine Gruppe waren, fing das Geballere wieder an. Bei jedem Führungswechsel wurde wieder angetreten.
Als ich an Position zwei war, fuhr der Führende nochmal schneller, und ich dachte mir, NEIN. Das machst du jetzt nicht mehr mit, und lies eine Lücke aufkommen.
Anscheint war das genau Richtig und was wohl auch einige andere Fahrer dachten, den schließlich kam ein Fahrer, überholte mich, und sprach mit dem Führenden, der dann das Tempo ein bisschen reduzierte.
Nun dachte ich, würde ein wenig Ruhe einkehren, und es würde langsamer zu gehen, aber prompt als ich die Führung wieder verlies, ging es auch schon wieder Richtung 45KM/H.
Der zweite Kontrollpunkt lies deswegen nicht lange auf sich warten. Dort angekommen schnell Getränke aufgefüllt, und lecker Rosienenbrot mit Butter und Nutella in den Mund.
Auf dem Tacho stand eine Durchschnitts Geschwindigkeit von 37,5 KM/H. Manche würden sich bei den Cyclassics in einer großen Gruppe über so einen Schnitt freuen. Ich hingegen schaute mit Argwohn auf diese Zahl. War mir doch klar, das dies für meinen Trainingsstand viel zu Hoch war. Und dennoch konnte ich es treten, was meinem Ego sehr gut tat .
Ich wollte noch kurz meiner Frau eine Nachricht schreiben, das wir gut unterwegs seien, doch leider war meine Handysperre inaktiv, und in meinem Handy waren ca. 200 offene Apps.
Ich begann diese also zu schließen, als ich bemerkte, das die Jungs schon wieder auf dem Rad waren und davon fuhren. Ich also schnell wieder aufs Bike, und ab hinterher. Es ging leicht gegen den Wind in ein dunkles Waldstück, ich musste alles geben um irgendwie wieder ran zu kommen. Der Tacho zeigte 47 KM/H an, und ich kam nicht wirklich näher. Das Waldstück endete in einer kleinen Kopfsteinpassage. Ich hätte gedacht, das mich das wieder ein Stück näher bringt, aber Pustekuchen, die Jungs musste drüber geflogen sein. Was ich dann auch tat.
Kurz danach hatte ich die Gruppe wieder, zumindest ein Teil von denen. Alle bestätigten mir meinen Eindruck, das wir viel zu schnell unterwegs waren. Und auch das keiner mehr auf den anderen Achtet wurde verteufelt. Nach meiner Nachfrage, warum auch sie aber mit bolzten, kam keine genaue Antwort. Im Gegenteil, bei einem kleinen Berg Auf Stück, rief einer „ Hier ist ein Strava Segment, los Leute, da holen wir uns den Komm.“
Alle drei oder Vier Fahrer um mich rum traten plötzlich an, sausten los, als gebe es kein morgen mehr.
Ich, der gerade die Lücke schließen musste, versuchte dran zu bleiben. Ich kämpfte, Doch der Abstand zu den Jungs wurde immer größer. Schließlich musste ich eingestehen, das ich es nicht mehr schaffen würde ran zu kommen. Und in diesem Augenblick, ist es so als wenn jemand einen Stecker zieht. Man wird nicht langsamer, sondern es scheint plötzlich das man einen Anker hinter sich her ziehen muss. Nicht mal seine normale Leistung kann man dann noch abrufen. Man fällt in ein Leistungsloch. Und das schlimmste ist. Man ist dann alleine, keine Gruppe mehr da. Hinter dir kommt eine lange Zeit erstmal nix, dafür haben wir ja die ersten 100 Km gesorgt, mit unser Raserei.
Außerdem bemerkt man dann auch erst, das man Leitungsmäßig übertrieben hat. Man bekommt ohne das Adrenalin ganz ganz schwere Beine. Die kleinen Anhöhen den See entlang wurden zu großen Bergen. Nun merkte ich abermals, das ich schon ziemlich platt war, und fuhr relativ langsam meinen Stiefel ab.
Dann fuhr ich auf (ich glaube er hieß Heinrich) einen Schlauchwechselndem St.Paulianer auf. Wie es sich unter Radsportlern gehört, fragte ich ihn ob er alles hat. Jub, er habe alles.
Ich wartete trotzdem auf ihn, um dann schließlich mit ihm zusammen zu fahren.
Das schöpfte wieder neue Kraft. Irgendwie ist es doch schöner nicht ganz alleine zu fahren. Wir verstanden uns super, und fuhren bis zur vierten Verpflegungsstelle zu zweit. Immer abwechselnd vorne. Wobei er bei den Anstiegen stärker war, und oben immer auf mich gewartet hat, und ich ihn in der Ebene dank Auflieger von vorne zog. Es hat echt Spaß gemacht.
Ab dem vierten Stop haben wir uns noch mit zwei Fahrern von der Uni Hamburg zusammen getan. Auch da klappte das wechseln vorne wunderbar, und ich gelang wieder zu alter Stärke.
Konnte jetzt wieder länger vorne in den Wind, und meinen Teil zur Führungsarbeit beitragen.
Kurz vor dem letzten Stop, der 23km vorm Ende lag, kam ein kleines Stück Radweg.
Tja, und was war? Genau. Platten, keine 50 Meter auf den Radweg, hatte mich ein Stück Glas niedergestreckt. Ich musste also Pausieren, und die Gruppe war weg. „Heinricht“ von den Paulis bot mir an zu warten, doch ich verneinte. Ich wechselte also meinen Schlauch, und ging dann im Allein gang den letzten Teil der Strecke an.
An der Autobahn ging es ziemlich verwinkelt entlang, und ich konnte die Stärken meines Aufliegers erneut Ausspielen. Kopf Runter ab in den Wind, und einfach Treten  Es lief, und jetzt möchte ich es Alleine unterwegs zu sein. Ein schönes Gefühl umschloss mein Herz. Einfach Schön Radfahren .
Am letzten Stop lies ich mir dann sehr viel Zeit, in der Hoffnung das Michael von hinten kommen würde. So war es dann auch. Wir Liesen uns nochmals ein bisschen Zeit, ich stopfte mir 4 Scheiben Schwarzbrot mit Mettwurst in den Magen… Einfach lecker…
Dann los, die letzten 23 KM. Immer Gegenwind 
Die ersten 13 KM führte ich mit der Nase im Wind, und der Brust auf dem Auflieger vorne weg.
Geschuldet dem Heftigen Gegenwind, und plötzlich nicht mal mehr eine Hecke, die sich dem Wind vor uns in den Weg stellte. Es ging ins Moor gebiet. Nix außer Wind, wind und noch mehr Wind.
An den Anstiegen ging dann Michael wieder an mir vorbei, und führte nun auch einige KM Richtung Kaltenkirchen. Dort waren wir überrascht über die Größe dieses Ortes. Gefühlt mussten wir eine Ewigkeit durch den Ort fahren um an der Schule anzukommen.
Michael streckte sein SL4 schön in den Wind, Sodas ich mit meiner letzten Kraft bis zum Ende Lutschen konnte. Im Ziel alles sehr unkompliziert. Schnell die Punkte eingetragen, Alk Freies Hefe rein geschraubt, und wieder auf dem Rückweg. Dieser leider mit sehr viel Stau.
Egal, die Reise hat sich gelohnt. Eine Tolle Veranstaltung. Es gibt nix zu Meckern, Außer vielleicht ein paar Kleinigkeiten. Aber diese sind so gering, nicht des Schreiben wert. Nur hat mir wie schon geschrieben die Kameradschaft im ersten Drittel gefehlt. Letztlich bin ich ja selber mit daran Schuld gewesen, was mir aber eine Lehre sein wird. Ich verstehe aber nicht, warum man nicht zusammen schnell fahren kann. Warum muss derjenige der in den Wind geht, das Tempo so verschärfen, das hinten immer welche raus fallen???
Schnell werde ich auch die nächsten Marathons fahren wollen, aber dann mit Kammeraden, und nicht mit nur Einzelkämpfern. Wobei ich wie gesagt niemanden Angreifen will, es sind da vorne auch viele Jungs die ich zu schätzen weiß, und so eine Art „Freundschaft“ besteht. In diesem Sinne.
Euer Haky
P.s. Leider habe ich meine Speicherkarte in meiner cam formatiert. Also leider keine Bilder...
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Re: Holsteiner Wellenritt - RSC Kattenberg 07.08.16 (B & B)

Beitragvon Ledersattel » 12.08.2016, 10:14

sonja1 hat geschrieben:Ich würde so gerne mal eine RTF ohne Regen fahren
Wem sagst du das! Aber es war nicht so naß wie in Lohbrügge, dafür mußte dann das Rad auch mehr abgewaschen werden, was sonst der starke Regen unterwegs abgewaschen hatte.
kocmonaut hat geschrieben:Habe verschiedene Foris entdeckt, die mit ihren Mitfahrern um die Wette strahlen.
Das Wetter war anfangs ja auch noch annehmbar und mit der Truppe hat es auch nur Spaß gemacht zu fahren.
sonja1 hat geschrieben:Heute gab es im Hamburger Abendblatt einen Artikel über die RTF. Danach haben insgesamt 803 Radfahrer teilgenommen: 171 am Marathon und 632 an der RTF
Vielen Dank an Heiner/ RTF - Organisation, RSC Kattenberg e.V. von 1997, der mir die gleichen Zahlen übermittelt hat. Leider konnte ich wegen EDV-technischer Probleme, noch keinen Bericht abgeben.
Dank auch an Dirk, dem 1. Vorsitzenden des Vereins, für seine Unterstützung, Anregung und weiterem Interesse an HFS!
Der Hinweis auf div. Bilder wurde ja bereits gegeben.
Ledersattel
Gruß
Ledersattel

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